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Gruppenstunde Segensorte

14. August 2020

Beispiel-Gruppenstunde Segensorte (ca. 60 MIN)

Einleitung

Wir wollen uns heute mit dem Thema Segen auseinandersetzen und ganz speziell nach Orten suchen, die für uns gute Orte sind, an denen wir uns wohl fühlen, die für uns sogenannte Segensorte sind.
Mit den folgenden Spielen und Übungen wollen wir herausfinden, was einen Segensort ausmacht.
Wir wollen uns auf die Suche nach existierenden Segensorten begeben (in der Kirche und im Dorf, unter Menschen und bei Hobbies etc.). Warum sind diese Orte für manche Segensorte und für manche vielleicht nicht?
Welche Segensorte fehlen uns und müssen erst gefunden werden? Von welchen Segensorten können wir aktuell nur träumen? Wo kann unsere Kirche künftig Segen sein?
Das was wir heute über unsere Segensorte herausfinden, werden wir auch dem Bistum Speyer mitteilen. Unsere Ideen fließen in die Suche nach einer neuen Gestalt von Kirche mit ein.

Aufwärmen: Was ist Segen?

Material: ggf. kleine Gegenstände zum auslegen | TN: Gesamtgruppe | Zeit: ca. 10 Min.

  • Zum Einstieg ein Lied singen. Wenn möglich auch im Kanon:

„Viel Glück und viel Segen | auf all deinen Wegen, |Gesundheit und Frohsinn | sei auch mit dabei!“
Nach Corona-Regeln darf nur im Abstand mit 3 Metern zueinander gesungen werden. Falls das nicht möglich ist, könnt ihr fragen:

  • Kennt ihr Sprichwörter/Redensarten, in denen das Wort Segen/Segnen drin vorkommt?

Es wurde abgesegnet. ? Meinen Segen hast du. ? Ich gebe meinen Segen. ? Sich regen bringt Segen. ? Ein wahrer Segen. ? Das Zeitliche segnen. ? Kinder sind ein Segen Gottes. ? An Gottes Segen ist alles gelegen. ? Fluch und Segen zugleich.

  • Jeder kennt das Geburtstagslied und/oder diese Redensarten. Aber was bedeutet Segen/segnen eigentlich? Wofür brauchen wir das?

Zu Inspiration können in die Kreismitte ganz unterschiedliche Gegenstände gelegt werden, von denen sich jede*r TN einen aussuchen kann. Anhand der Gegenstände Ideen zum Thema Segen sammeln. (Gegenstände können z.B. sein: Muscheln, Blumen, Steine, Geld, Musik-(Noten, CD, Instrument),  Handy, Postkarte, Buch, Pflaster, Stift, Ball, Kuscheltier, Essen, Wasser, Schulranzen, Sportschuh, Kreuz, Wolle, uvm.

Backround-Infos für die Gruppenleitung: Der Begriff Segen verbirgt sich in Redewendungen, Sprichwörtern, Liedern, Begrüßungs- und Abschiedsformeln und sogar in Film und Musik. In der Umgangssprache meinen wir mit Segen Glück, Einwilligung/Bewilligung, einen reichen Ertrag oder eine Wohltat. Wenn wir uns über einen Gewinn freuen, sagen wir zum Beispiel: „Das ist ein wahrer Segen“. Manchmal bewilligen wir etwas und sagen dazu: „Ist abgesegnet“. Das Gegenteil von Segen ist der Fluch. Ein Fluch ist eine böse Verwünschung, Strafe/Unheil oder im Zorn gesprochene Kraftausdrücke (vgl. Duden). Das Bedürfnis nach Segen ist weit über 1000 Jahre alt: 700 v.Chr. gibt es erste Quellen darüber. Wir wünschen uns Segen an freudigen Anlässen, wie zum Beispiel Geburtstag und Hochzeit aber auch bei traurigen Anlässen, wie zum Beispiel Krankheit und Sterben. Das Alte Testament erzählt von einem segnenden Gott: er segnet zum Beispiel die Schöpfung, die Menschen, Abraham und seine Nachkommen oder das Volk Israel. Auch im Neuen Testament spielt Segen eine Rolle: Jesus segnet die Kinder oder fordert, dass wir unsere Feinde segnen. Segen hat in der Bibel folgende Bedeutungen: Kraft, Fruchtbarkeit, gelingendes Leben, gut-sagen, bezeichnen, Lobpreis. Ein Segen kann gesprochen oder gesungen werden und steht meistens in Verbindung mit einer Geste. Entweder bitten wir Gott um seinen Schutz für ein glückliches und friedliches Leben oder wir loben ihn für seine Gnade und Liebe.
(Quelle: segensorte.bistum-speyer.de/wp-content/uploads/Sek-I-Segenssteine.pdf)

 

Option 1:
Auf der Suche nach Segensorten: Unser Segensort – unser Treffpunkt

Material: Stifte, Fragekarten, ggf. Musik im Hintergrund | Dokumentation: Foto der Wand mit Fragekarten | Zeit: ca. 15 – 20 Min.
Download der Fragekarten:
segensorte.bistum-speyer.de/wp-content/uploads/Vorlage_Segensorte_Treffpunkt_Fragekarten_A4.pdf

Fragekarten verteilen. Jede*r beantwortet die Fragen für sich alleine (etwa 12 Min.) (ggf. kann Musik im Hintergrund abgespielt werden). Anschließend werden die Karten eingesammelt und gut sichtbar, nach den unterschiedlichen Symbolen sortiert, an eine Wand direkt vor Ort aufgehängt. Die Gruppe kann dabei die Ergebnisse betrachten.

Die Karten beinhalten folgende Fragen:
- Was macht dich glücklich?
- Was macht dich traurig?
- Was brauchst du für dein Leben?
- Segen bedeutet für mich…
+ Dieser Ort ist für mich ein Segen / Segensort, weil/wenn…
+ Wo habe ich diese Woche Segen / Segensorte erlebt? (Bei wem, wodurch…)
* Was fehlt an diesem Ort?
* Was wünschst du dir an diesem Ort dazu?


Option 2:
Auf der Suche nach Segensorten: Standpunkte

Material: Stadtplan eurer Gemeinde, unterschiedl. Klebepunkte |
TN: Gruppe ggf.in Kleingruppen à 5 TN aufteilen | Zeit: ca. 20 Min

Auf dem Stadtplan Orte markieren, die auf folgende Fragen zutreffen:
-    Was zeichnet unsere Stadt/ unser Dorf aus?
-    Wer lebt in unserer Stadt/ unserem Dorf?
-    Welches ist dein Lieblingsort und wo befindet sich dieser?
-    Wo ist Kirche aktiv / präsent / sichtbar?

Kommt mit einander über folgende Fragen ins Gespräch:
-    Sind die Lieblingsorte auch Segensorte? Wenn ja, warum? Wenn nein, was könnte diesen Ort zum Segensort machen?
-    Kann Kirche an diesem Ort vorkommen? Oder: Welche Aufgabe sollte Kirche an diesem Ort wahrnehmen?
-    Wofür wollen wir uns in unserer Stadt/ unserem Dorf einsetzen?
-    Wo kann ich / kann meine Kirche Segen sein?

Anstatt eines Stadtplans kann auch ein stilisierter Stadtplan gebastelt werden, auf dem markante Einrichtungen/Plätze symbolisch markiert werden (z.B. Schule, Bahnhof, Supermarkt, Restaurant, Eisdiele, Kirche, Sportplatz, Schwimmbad, Arbeitsplatz, Feuerwehr, Krankenhaus etc.)

 

Auswertung: Fragen an Stationen / Ausfüllen des Beitragsbogens

Material: Papier + Stifte + Fragen des Beitragsbogens | TN: Kleingruppen | Zeit: ca. 30 Min.

Die TN teilen sich in Kleingruppen an 3 Stationen auf. An jeder Station liegt ein Plakat mit den Fragen des Beitragsbogens aus.
1.    Was zeichnet Segensorte aus?
Beschreibt mit 6 Adjektiven, wie Segensorte sind. „Segensorte sind immer...“
2.    Wo sind eure Lieblings-Segensorte? Was macht diese Orte zu Segensorten? Erzähle von guten Erfahrungen mit deinem Segensort.
3.    Haben sich während der Gruppenstunde Ideen für Wunsch-Segensorte ergeben? Welche Segensorte würdest du sofort gerne umsetzen?

In der ersten Runde schreiben die TN ihre Meinungen/Antworten auf das Papier. Nach 5 Min. geht es zur nächsten Station.
In der zweiten Runde werden die Ergebnisse gelesen und mit folgenden Symbolen kommentieren
(! = Zustimmung, ? = Frage, Blitz = nicht einverstanden). Ebenfalls können eigene Meinungen ergänzt werden. Nach etwa 7 Min. geht es zur nächsten Station.
Auch in er dritten Runde kann kommentiert und ergänzt werden (7 Min.)
Abschließend werden die Ergebnisse betrachtet, besprochen, Fragen geklärt und gemeinsam in den Beitragsborgen übertragen.
Wenn ihr noch etwas auf dem Herzen habt oder dem Segensorte-Team in Speyer etwas mit auf den Weg geben wollt, könnt ihr das natürlich im Beitragsbogen ergänzen.

Wichtig: Am Ende gemeinsam den Beitragsbogen ausfüllen und anschließend übertragen auf: segensorte.bistum-speyer.de/segensorte-formular !!!


Abschluss:

Die Segnung der Kinder (Markus 10,13-16) “Da brachte man Kinder zu ihm, damit er sie berühre. Die Jünger aber wiesen die Leute zurecht. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn solchen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme; dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.“

Zum Abschied könnt ihr folgendes Bibelzitat vorlesen und/oder euch gegenseitig den Segen spenden, in dem ihr im Kreis sitzend oder stehend eurem Nachbarn die Hand auf die Schulter legt und dabei den aaronitischen Segen sprecht:

„Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“ Numeri Kapitel 6, Vers 24



Quellen:
•    Bistum Speyer, Geschäftsstelle Segensorte: Auf der Suche nach Segensorten, Materialheft zum Visionsprozess im Bistum Speyer, März 2020
•    https://segensorte.bistum-speyer.de